Vertretungsstunden kommen oft unerwartet.

Im 'schlimmsten' Fall ist die Klasse unbekannt und die Klassenlehrkraft hat keinerlei Material für den Unterricht hinterlegt.

 

Was tun?

Es gehört sicherlich zu den größten Herausforderungen unseres Berufs eine fremde Klasse, welche lieber frei hätte, zu motivieren und herauszufordern.

 

Hier findet ihr Ideen/ Tipps, was ihr in dieser Situation mit den Kindern tun könnt. All unsere Vorschläge sind unabhängig von der Jahrgangsstufe bzw. können an diese angepasst werden.

Es bieten sich somit spielerische Elemente, Kreatives, Musikalisches oder aber Elemente aus dem Bereich des Allgemeinwissens an.

 

AUf dieser Seite soll es im Folgenden um spielerische Elemente (Spiele zum Kennenlernen, Spiele zur Integration, Spiele für mehr Zusammenhalt, Spiele zum Wohlfühlen)/ Allgemeinwissen gehen. Natürlich könnt ihr jederzeit auch eine Liedeinführung oder andere musikalische Ideen (s. Musik) einsetzen. Auch unsere Kunststunden sind für ein bis zwei Vertretungsstunden wie gemacht.

 

Spielerische Elemente zur Förderung der Sozialkompetenz (nach "Die 50 besten Spiele für mehr Sozialkompetenz" von Rosemarie Portmann)

 

1. Spiele zum Kennenlernen

  • Gleich und gleich: Die Kinder bewegen sich zu Musik frei im Raum. Immer wenn die Musik stoppt, gibt die Lehrkraft eine neue Anweisung, z.B.  Suche dir ein Kind, dass die gleiche Haarfarbe hat/ das im gleichen Monat Geburtstag hat/ die gleiche Sportart mag/ ... (Die Anweisungen sollten dem Alter bzw. der Klassenstufe angepasst sein.) Solange die Musik spielt, gehen die Kinder, welche sich gefunden haben, zusammen und sprechen miteinander, um sich besser kennenzulernen.
  • Schau genau: Ein Kind verlässt den Raum. Die Gruppe beschreibt diesen Schüler/ diese Schülerin möglichst genau. Alle Aussagen (z.B.  zur Haarfarbe, Klamotten, Schmuck, Verhaltensmerkmale, ...) schreibt die Lehrkraft auf kleine Wortkarten. Anschließend kommt der Schüler/ die Schülerin wieder rein und die Klasse vergleicht ihre Aussagen mit dem Original. :-) Kennt man die Kinder besser, dann kann man auch tiefergehende Gespräche führen: Worauf achten wir und warum? Was fällt uns nicht auf? Ggf. kann man das Spiel auch leicht abändern und so kann jeder für sich die wichtigsten Merkmale aufschreiben und anschließend  anhand von Partnerkontrolle kontrollieren.
  • Wem gehört was?: Jeder Schüler/ Jede Schülerin legt (möglichst unbeobachtet) einen Gegenstand, den es meist an sich trägt oder mit sich herumträgt, in die Mitte des Stuhlkreises. Möglich wäre zum Beispiel: einen Haargummi, ein Armband, einen Sticker o.ä.! Anschließend treffen sich alle Kinder im Sitzkreis und versuchen gemeinsam die Gegenstände zuzuordnen. Die Zuordnung sollte begründet werden. Dieses Spiel soll die Sozialkompetenz der Kinder stärken, deshalb ist es wichtig am Ende zu reflektieren: Beim wem ist euch die Zuordnung leicht gefallen? Beim wem war es schwierig und warum? Wie kann es bis zum nächsten Mal besser werden?

 

2. Spiele zur Integration

  • Außenseiter: Je nach Klassengröße bekommen ein oder zwei Kinder ein Tuch in die Hand. Danach laufen alle Schüler/-innen durch das Klassenzimmer. Sie bewegen sich frei durch den Raum; begrüßen sich, geben sich die Hand, reden miteinander - nur die Außenseiter werden gemieden/ ausgeschlossen. Niemand beachtet sie. Auf ein Signal werden die Außenseiter gewechselt - bis jeder einmal Außenseiter war. Bei diesem Spiel ist die abschließende Reflexion das A und O. Wie hat man sich als Außenseiter gefühlt? Welche Erfahrungen haben die Kinder bereits im richtigen Leben als Außenseiter gemacht? Was wäre wichtig, damit in der Klasse niemand zum Außenseiter wird?
  • Neugierig aufs Anderssein: Dieses Spiel funktioniert im Prinzip wie 'Mein rechter, rechter Platz ist frei'. Man wünscht sich auf den Platz neben einen einen Mitschüler/ eine Mitschülerin, allerdings mit z.B. folgenden Aussagen: "...das eine andere Augenfarbe hat als ich"/ "..das keine kleine Schwester hat"/ "..das gerne Fußball spielt". Die Kinder, auf welche die entsprechende Aussage zutrifft, versuchen auf den freien Platz zu kommen. Wer zuerst den freien Stuhl erreicht, darf sich setzen. Dessen bisheriger linker Sitznachbar darf dann weitermachen.

3. Spiele für mehr Zusammenhalt

  • Blind verstehen:
    Die Kinder bekommen verschiedene Aufgaben gestellt, die sie unter schwierigen Bedinungen lösen müssen. Beispiele: Die Schüler/-innen sollen sich ohne miteinander zu sprechen der Größe nach aufstellen. Alle schließen die Augen und bilden danach einen Stehkreis. Bis auf ein Kind schließen alle die Augen und stellen sich in eine Reihe, fassen sich an den Händen und lassen sich von der ersten Person (die mit den offenen Augen) durch den Raum führen.
  • Rettende Insel: Das Klassenzimmer wird zu 'Wasser'. Die Kinder stellen sich auf eine Seite (hinter eine markierte Linie - diese Linie markiert das Ufer). Ziel ist es nun mit Zeitungsblättern alle Schüler/-innen auf die andere Seite (hinter eine weitere Linie) zu bringen. Man darf nur auf Zeitungsblätter steigen sonst 'ertrinkt' man. Zunächst kann man dieses Spiel mit so vielen Zeitungsblättern wie Kinder ausprobieren. Erprobte Klassen schaffen es mit deutlich weniger Blättern. Bei diesem Spiel werden die Vorteile der Zusammenarbeit und Abstimmung deutlich.
  • Gordischer Knoten: Alle Kinder stehen in einem engen Kreis beieinander, dabei schließen sie die Augen. Blind suchen sie nun zwei Hände zum Anfassen. Wenn alle zwei Hände festhalten, dann öffnet jeder seine Augen. Nun versuchen sie gemeinsam den Knoten zu entwirren (z.B. drehen, durchsteigen etc.). Alles ist erlaubt - außer die Hände loszulassen.

4. Spiele zum Wohlfühlen

  • Heißer Stuhl: Die Klasse sitzt in einem Kreis, in dessen Mitte ein Stuhl gestellt wird - der heiße Stuhl. :-) Nacheinander darf jeder einmal auf diesem Platz nehmen. Jeweils drei Schüler/-innen aus der Klasse (entweder das Kind wählt selbst aus oder die Lehrkraft unterstützt) geben positives Feedback. "Du bist toll, weil ..." bzw. "Ich mag an dir..."! Das Kind auf dem Stuhl  bedankt sich dafür. Ihr werdet merken, danach geht es jedem gleich besser. <3
  • Lachen ist gesund: Lachen schafft eine tolle Atmosphäre, die gerade in Vertretungsstunden aufgebaut werden sollte. Die Gruppe steht oder sitzt in einem Kreis. Ein freiwilliges Kind geht in die Kreismitte und fordert die anderen Kinder zum Lachen auf - diese sollen es sich verkneifen, wer dennoch lachen muss darf als nächstes in die Mitte. Uns gefällt die Variante des Spieles fast noch besser: Wir küren den Witz der Woche! :-) Die Mehrheit entscheidet am Ende bei der Abstimmung.

 

Spielerische Elemente zum Allgemeinwissen

 

1.

traumberufgslehrer@gmx.de

 

Kommentare: 4
  • #4

    Birgit (Sonntag, 17 September 2017 18:51)

    Ich übernehme jetzt den Musikunterricht in der 4. Klasse und würd mich riesig über neue Ideen freuen. Vielleicht werde ich in der Powerpoint fündig! Danke!!!
    esommerwind@gmail.com

  • #3

    Vivi (Montag, 17 Juli 2017 08:05)

    Hallo! Danke für die schöne Zusammenstellung der Teamspiele. Für die Klassenfahrt werde ich sie auf jeden Fall einplanen! In Vertretungsstd in mir unbekannten oder kaum bekannten Klassen würde ich nicht unbedingt zu diesen Spielen greifen. Dankeschön!

  • #2

    Andrea (Samstag, 08 Juli 2017 19:25)

    ... bitte schickt mir die Powerpoint zur SchilfMusikfortbildung.
    Herzlichen Dank
    Andrea

  • #1

    Traumberuf Grundschullehrer (Samstag, 29 April 2017 21:25)

    Herzlich willkommen auf unserer Seite. Ich hoffe sie gefällt euch und ihr könnt mit dem Material etwas anfangen. Wir freuen uns über jeden Kommentar und jede Rückmeldung und/oder Anregung.